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Gut für Umwelt und Geldbeutel. Interview zum EnergiesparpassJuni 2008Energiesparpass bald verpflichtend für Bestandsgebäude vor 1965
Energieverbrauch auf einen Blick: Der neue Pass bringt viele Vorteile
Er ist die Visitenkarte fürs Haus: der Energiesparpass. Seit 2002 sorgt er dafür, dass die Energieeffizienz bei Neubauten klar ersichtlich ist. Doch künftig muss auch für
Bestandsimmobilien ein solcher Pass nachgewiesen werden. Ab dem 1. Juli 2008 wird er Pflicht für alle Gebäude, die vor 1965 errichtet wurden.
Ähnlich wie bei Elektrogeräten (beispielsweise mit der Auszeichnung "AAA") können Laien so bald auch die Energieeffizienz eines Gebäudes auf den ersten Blick erkennen. Doch bietet der neue Energiepass auch Vorteile für Bauherren? Darüber sprachen wir mit Bau- und Wirtschaftsingenieur Wolfgang Grave Der neue Energiepass wird immer wieder mit den Angaben zur Effizienz von Elektrogeräten verglichen. Aber ein Gebäude ist schließlich keine Waschmaschine, wie kann man da den zu erwartenden Energieverbrauch messen? Wolfgang Grave: Dazu werden beispielsweise die Heiz- und Warmwasserkosten analysiert und der Zustand der Gebäudehülle untersucht. Dabei müssen für alle Gebäude dieselben Maßstäbe gelten. Das heißt, es darf keinen Unterschied machen, ob Ihr Haus im milden Rheinklima steht oder im Mittelgebirge. Oder ob Sie vielleicht gerne lange duschen und dadurch mehr Wasser verbrauchen als Ihr Nachbar. Wer braucht den Energiepass? Grave: Seit Anfang des Jahres muss er für alle Gebäude erstellt werden, die verkauft oder vermietet werden. Die Neuerung ab dem 1. Juli wird sein, dass auch alle anderen Bestandsgebäude, die vor 1965 errichtet wurden, ihn nachweisen müssen. Ab 2009 muss ihn dann jedes Haus haben. Wo kann man als Bauherr den Energiepass erstellen lassen? Grave: Dafür gibt es eine Reihe qualifi- zierter Fachleute: registrierte Architekten, Sachverständige oder Energieberater. Wir als Fachfirma beraten natürlich gerne bei der Wahl des passenden Ausstellers und helfen beispielsweise bei den Preisver- handlungen. Was soll der Pass denn kosten? Grave: Das ist eben frei verhandelbar - theoretisch ist jede Summe zwischen 100 und 1.000 Euro möglich. Rund 300 Euro für ein Einfamilienhaus sind aber realistisch. Dabei muss man bedenken, dass der Staat etwa die Hälfte der Kosten fördert. Außer- dem hängt es davon ab, ob es um einen Bedarfsausweis oder einen Verbrauchs- ausweis geht. Was ist der Unterschied? Grave: Ein Bedarfsausweis ermittelt die langjährige Energieeffizienz, ein Ver- brauchsausweis nur die eines Jahres. Neubauten und Gebäude mit bis zu vier Wohnungen, die vor 1977 gebaut wurden, brauchen einen Bedarfsausweis. Bei allen anderen herrscht Wahlfreiheit.
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